GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KLANGKUNST Trier

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INTERMEZZI 2026

not everything that glitters is gold

INTERMEZZI - Reihe für zeitgenössiche Musik

Veranstaltungen der Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst Trier e.V. in Kooperation mit der der Europäischen Kunstakademie Trier
 
Zwischen den beiden Weltkriegen von den goldenen Zwanzigern zu sprechen wirft die Frage auf: ist alles Gold was glänzt? Hat sich in dieser Zeit nicht vorbereitet, was später zur größten Katastrophe führte: der 2. Weltkrieg und seine Folgen, allem voran der Holocaust? Es stellt sich die Frage nach dem Menschen, seiner Würde, seiner Freiheit, seiner Souveränität.

Die Kunst der 20er im weitesten Sinne hat ihre besonderen Wege genommen. Durch die Erweiterungen der Tonsysteme, der Malerei, Plastik und neue Kunstgattungen wurden Keime gelegt für ihr vielfältiges, Grenzen überschreitendes und sprengendes Erscheinen im gesamten 20. Jahrhundert.
 
Das heutige gesellschaftliche wie politische Leben ruft ein Erinnern wach an diese Zeit. Auch hier, im 21. Jahrhundert sucht und fragt Kunst in ihrer Umsetzung nach den Bezügen zur stattfindenden Wirklkichkeit, die nach 100 Jahren eine verblüffende Ähnlichkeit aufzeigt.
 
In der Reihe Intermezzo 2026 in der Kunsthalle Trier soll in 3 sehr unterschiedlichen Konzerten Bezug genommen werden durch ein weltübergreifendes Celloprojekt, eine multimediale Zeichen- und Stimmperformance die nach dem Lebenstrieb fragt und einem Liederabend der den Verlorenen eine Stimme gibt.


intermezzo 41

INSIDE - CELLOMONDO

SA. 23. Mai 20:00 Uhr | Kunsthalle Trier / EKA – Europäische Kunstakademie

Katharina Gross - Violoncello



Katharina Gross fragt in ihrem Projekt CELLOMONDO (junge) KomponistInnen aus verschiedenen Ländern der Welt, Werke für Cello solo oder für Cello und Elektronik zu schreiben. Die KomponistInnen kreieren Werke, die sowohl in den Reichtum ihrer Herkunft als auch in die reichhaltigen Ausdrucksmoglichkeiten auf dem Cello eintauchen.

Das Cello ist ein Instrument, welches der menschlichen Stimme sehr nahe kommt. Ein Instrument, das mit dem Publikum intensiv kommuniziert und die Individualitat der Komponisten besonders gut auszusprechen und zu transportieren vermag.

Die Cellistin hat mit Cellomondo sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, Cello-Werke von mindestens zwei KomponistInnen aus jedem Land der Welt zu realisieren. Sollte dies dies gelingt, werden 388 (oder mehr!) neue Stücke entstehen.

2024/25 feierte CELLOMONDO sein 10-jähriges Jubiläum. In ihrem Konzert präsentiert sie die vierte Ausgabe/CD unter dem Thema „Inside“ mit Werken von Kate Moore (Australien/ Niederlande), Cecilia Arditto Delsogolio (Argentinien), Seung-Won Oh (Südkorea), Gerhard Stäbler (Deutschland) und Kunsu Shim (Südkorea).



weitere Intermezzi am 13.6. und 3.10. (siehe unten >)

drei Konzerte im Contemporaneum im Rahmen der Ausstellung „Shogyô Mujô“ mit Werken von Chikako Kato

 
Wegen der beschränkten Anzahl von Plätzen bitte reservieren unter
contemporanea@hkreeh.de oder klangkunst.trier@hkreeh.de

24. Mai 2025 11 Uhr: Shogyô Mujô - 1. Konzert
Sakiko Idei / Marimba und Schlagwerk und Maria Kulowksa / Cello



Auf dem Programm stehen Werke von Toshio Hosokawa, Szymon Brzóska, John Cage, Erik V. Sköld und Kaoru Wada,
mehr dazu unter https://www.contemporanea.de/events/shogyo-mujo1/

30. Mai 2025 19 Uhr: Shogyô Mujô - 2. Konzert
Naoko Kikuchi / Koto und Basskoto



Auf dem Programm stehen Werke von Kengyo Yatsuhashi, Junichi Miyagi und Tadao Sawai,
mehr dazu unter https://www.contemporanea.de/events/shogyo-mujo-2/

7. Juni 2025 11 Uhr: Shogyô Mujô - 3. Konzert
Innerer Monolog und Außenwelt - Klang als Spiegel der Seele
Louisa Sieveke / verschiedene Blockflöten und Fagott



Auf dem Programm stehen Werke von Isang Yun,  Fumiharu Yoshimine, Jean-Joseph-Marie Amiot und Wen-Cheng-Wei,
mehr dazu unter https://www.contemporanea.de/events/shogyo-mujo-3/



intermezzo 42

LifeDrive

Sa. 13. Juni 22:00 Uhr | Kunsthalle Trier / EKA – Europäische Kunstakademie

Klaus Maßem - Zeichnung
Silvia Sauer – Stimme



Ein Multimediaprojekt mit Stimme und Zeichnung.

Die spontane und intuitive Stimme von Silvia Sauer und die improvisierte, fortlaufende Tuschlinie von Klaus Maßem ergänzen sich zu einem fließenden, schöpferischen Ereignis. 
Es ist die künstlerische Thematisierung des Existenz- und Lebenstriebsin der Natur und der Welt.
Die Aufführung ist ein anhaltender künstlerischer Dialog zwischen der Zeichnung von Klaus Maßem und der Stimme von Silvia Sauer. In der Performance treibt und beeinflusst die Stimmkünstlerin durch Rhythmik, Klangfarbe, Akzentuierung den Zeichenprozess auf einer Papierrolle mit den Maßen 100 cm x 1200 cm.

Mit Video-Kameras wird der Zeichenprozess aufgenommen und mit einem Beamer auf eine große weiße Wand projiziert.


 

intermezzo 43

FREMDER VOGEL -


Lieder und Musik der Verlorenen


3. Oktober 20 :00 Uhr | Kunsthalle Trier / EKA – Europäische Kunstakademie

Einat Aronstein - Sopran

Oded Geizhals - Schlagzeug



Die Sopranistin Einat Aronstein und der Schlagzeuger Oded Geizhals präsentieren ein Programm mit Solo- und Duostücken, die sich mit Fremdheit, Verstörung und Vielseitigkeit befassen, von den Komponisten Richard Strauss, Hanns Eisler, Luciano Berio, Georges Aperghis, Oded Geizhals und John Yu.

Die jungen, sehr erfahrenen Musiker sind beide in Israel geboren und konzertieren weltweit. Aus ihrem jüdischen Hintergrund stellen sie sich gerade jetzt die Frage nach ihrem Sein in dieser aufgeschreckten, dramatisch sich zeigenden Welt.

Programm:
Luciano Berio (1925 - 2003) Sequenza III für Stimme (1966)
Richard Strauß (1864 - 1949) - Drei Lieder der Ophelia Op. 67 (1918)
Hana Ajiashvilli (*1972)- Basket Dance (2026)
Hanns Eisler (1898 - 1962) - Über den Selbstmord, Erinnerung an Eichendorff und Schumann, Der Pflaumenbaum (1937 - 1943)
Oded Geizhals (*1990) Fremder Vogel (2020)
Ronnie Reshef (*1979) - Neues Werk (2026)
 

Kultursommer 26

The Roaring Twenties - Stummfilm, Revue, Avantgarde

25.09.26 | 19 Uhr | Kusel, Fritz-Wunderlich-Halle
26.09.26
| 19 Uhr | Idar-Oberstein, Göttenbach-Aula
27.09.26
| 18 Uhr | Trier, Angela Merici Gymnasium


 
Die 20er Jahre sind musikalisch eine ungemein spannende Zeit – doch auch der Film erlebte in diesen Jahren eine erste Blüte. Zum Ende des Jahrzehnts begann der Tonfilm, den Stummfilm zu verdrängen, doch bis dahin waren Stummfilme mit Live-Begleitung eines Ensembles üblich. „L’horloge magique“ („Die Wunderuhr“) und „La forêt enchantée“ („Der Zauberwald“) von Władysław Starewicz nehmen in der damaligen Filmproduktion eine Ausnahmestellung ein, da Starewicz zu den Pionieren des Puppen-Animationsfilms gehörte, insbesondere mit der hierfür verwendeten Stop-Motion-Technik. Die beiden Filme zählen zu Starewiczs besten Werken und werden durch die Musik von Paul Dessau auf das Bild hin abgestimmt unterstützt. Paul Dessau war im Übrigen von 1923-1925 Kapellmeister in Mainz, die arrangierte und rekonstruierte Fassung der Filmmusik (für Klarinette, Violine, Violoncello, Kontrabass, Akkordeon und Schlagzeug) stammt von dem im Mainz lebenden Komponisten und Arrangeur Bernd Thewes.
 
Zur Avantgarde gehörte auch Paul Hindemiths Kammermusik op. 24 Nr. 1 für zwölf Musiker. Das Stück mit seiner eigentümlichen Besetzung erlebte seine Uraufführung 1922 im zweiten Jahr der Donaueschinger Musiktage und provozierte einen Skandal, wonach Hindemith als „Bürgerschreck“ bezeichnet wurde. Die Musik wurde vom Kritiker Heuß 1923 wie folgt beschrieben: „Es ist erreicht! Der modernen deutschen Musik ist es endlich gelungen, das heutige Leben dort zu fassen, wo es sich am frivolsten und gemeinsten austobt. […] Man steht seiner Musik gegenüber, wie sie zu denken, geschweige zu schreiben, noch nie ein deutscher Komponist von künstlerischer Haltung gewagt hat, einer Musik von einer Laszivität und Frivolität, die nur einem ganz besonders gearteten Komponisten möglich sein kann.“ Hindemiths Werk begeistert durch seine Motorik, die an Strawinsky erinnert, greift aber im letzten Satz auch auf einen Foxtrott zurück.

Denn die Tanzmusik prägte die 20er Jahre noch mehr als die avantgardistischen Experimente. Bohuslav Martinů hat einige davon in seinem Ballett „La revue de cuisine“ (1928) aufgenommen. Wie Starewicz hatte es Martinů in das pulsierende Paris verschlagen. Mit einer Prise Ironie versehen ließ Martinů im Ballett Topf, Deckel, Schneebesen, Scheuerlappen und Besen tanzen. In der für dieses Projekt vorgesehenen „Jazzsuite“ hat Martinů das Ballett für den Konzertsaal adaptiert. Ähnlich wie Hindemith weist auch Martinů in der Sextett-Besetzung aus Violine, Violoncello, Klarinette, Fagott, Trompete und Klavier auf die späteren freien Instrumentationen in der neuen Musik voraus. Die Märsche, der Tango und der Charleston lassen die Tanzmusik der 20er Jahre in ein kunstvoller Weise auch heute noch im Konzertsaal erfahrbar werden.



Projektleitung und Idee: Achim Seyler & Kathrin Isabelle Klein